Montag
gestern abend spät rief walter nochmal an, ist gut nach Hause gekommen… hat sich überlegt, ob er nicht doch zu mir kommen soll, damit mir nicht noch mehr kosten entstehen…eigentlich ist er richtig lieb. haben dann noch mal über das wochenende geredet, er fand es auch schön, so einfach mal rumtüddeln, keine wesentlichen verpflichtungen, kein notdienst von mir, keine unnötigen telefonate vom chef oder irgendwelchen patienten… er freut sich auf wahnsinnig auf den jan., wenn ich endlich für immer unten bin.
wenn ich die medien verfolge, kriege ich eine mordsangst, dann kommen gedanken, ob wir alle diesen januar noch erleben - oder wie auch immer. walter sagt, dass meine angst nicht unbegründet ist, aber er versucht auch, mich zu beruhigen.
gleich geht die tägliche tretmühle wieder los, und dazu sind noch 2 kolleg. in urlaub, das heißt doppelte arbeit. - naja, bin ich ja gewohnt. heute abend muß ich die gutachten auch in den griff bekommen. gut , daß brüssel ausfällt, so hab ich noch zeit für die restlichen schreibarbeiten.
fühle mich ansonsten mal gut ausgeschlafen, walter fehlte mir jedoch neben mir.
jetzt ist es genau ein jahr her, daß der stolze löwenzahn, der ich immer war, zerstört wurde und eine pusteblume wurde…
man kann mich anpusten und ich werde immer weniger….
1 jahr , in dem meine familie kaputt ging, in dem ich alles verloren habe, was mir wichtig war…